Ein großer Vorteil von Puppy-Linux ist, dass Puppy nicht installiert werden muß. Sie können Puppy direkt von der CD starten, ohne dass Ihr bisheriges Betriebssystem beeinflußt wird. Alternativ können Sie Puppy auch auf eine Festplatte oder einen USB-Stick installieren.
Als erstes müssen Sie die Boot-Reihenfolge (=Start-Reihenfolge) im BIOS einstellen. Falls Sie nicht wissen, wie Sie in das BIOS gelangen, sehen Sie in dem Handbuch zu Ihrem Computer nach. In der Regel drückt man unmittelbar nach dem Einschalten des PC eine der folgenden Tasten: ESC, eine der Funktionstasten F1 bis F12, Entfernen-Taste, Rückwärtslöschen-Taste. Im BIOS stellen Sie die Boot-Reihenfolge so ein, dass das CD-ROM-Laufwerk an erster Stelle steht und die Festplatte an zweiter. Beenden Sie das BIOS und speichern Sie die neue Einstellung.
Üblicherweise startet der PC jetzt erneut. Legen Sie sogleich die Puppy-CD in das CD-ROM-Laufwerk ein. Falls Sie zu langsam sind, startet Ihr bisheriges Betriebssystem. Lassen Sie in diesem Fall die CD im CD-Laufwerk und starten Sie den PC neu.
Jetzt sollte Puppy starten. Während des Startvorgangs werden Sie als erstes aufgefordert, Ihr Land auszuwählen. Navigieren Sie mit den Cursor-Tasten nach unten bis zu Ihrem Land. Drücken Sie dann die Return-Taste. Es erscheint danach ein weiteres Fenster (Puppy Video Wizard), in dem bereits "Xorg" markiert ist. Drücken Sie die Return-Taste. Warten Sie einige Sekunden bis das nächste Fenster (Puppy Video Wizard) erscheint. Dort navigieren Sie mit den Cursor-Tasten zu Ihrer Bildschirmauflösung (LCD Panel = Flachbildschirm, CRT = klassischer Röhrenmonitor). Drücken Sie dann die Return-Taste. Nach einigen Sekunden erscheint der Puppy-Desktop.
Wenn bei Ihrem Computer Xorg nicht funktioniert, wählen Sie Xvesa. Nach kurzer Zeit erscheint der Puppy-Desktop in der Bildschirmauflösung 640x480 Bildpunkte. Bei den meisten Computern können Sie eine höhere Bildschirmauflösung verwenden. Klicken Sie deshalb mit der linken Maustaste auf eine der Auflösungen (z.B. 1280x1024x24) und anschließend auf den Button "Test".

Nach kurzer Zeit erscheint der Puppy-Desktop in der von Ihnen gewählten Bildschirmauflösung. Klicken Sie nun zur Bestätigung den OK-Button.

Leider hat Xvesa den Nachteil, daß Sie das Tastaturlayout anpassen müssen, wenn Sie keine US-Tastatur verwenden.
Puppy wurde vollständig in den Arbeitsspeicher (RAM) geladen. Ihr bisheriges Betriebssystem wird nicht angetastet, so dass Sie gefahrlos Puppy-Linux anschauen können. Jetzt können Sie die CD aus dem CD-Laufwerk herausnehmen.
Wenn Sie Puppy beenden, werden Sie gefragt, ob Sie die Einstellungen in einer Datei namens pup_save.2fs auf Festplatte "SAVE TO FILE" oder CD "SAVE TO CD" speichern wollen (mit der Tabulator-Taste können Sie zwischen den Möglichkeiten wechseln). Wenn Sie die Einstellungen nicht speichern wollen, wählen Sie "DO NOT SAVE" aus und drücken die Return-Taste.
Falls Sie die Einstellungen speichern möchten, werden Sie gefragt, auf welcher Festplatte dies erfolgen soll.
Beim Booten bietet Puppy verschiedene Optionen an. Falls Sie nichts eingeben, wird Puppy nach einigen Sekunden in den Arbeitsspeicher (RAM) geladen. Beim Starten sucht Puppy automatisch nach einer zuvor gespeicherten pup_save.3fs-Datei. Falls es diese Datei noch nicht gibt, werden Sie nach der Länderkennzeichnung für die Tastatur und der Bildschirmauflösung gefragt.
Über die Boot -Option
puppy pfix=ram
haben Sie die Möglichkeit, auch bei bereits bestehender pup_save.2fs-Datei Puppy ohne Voreinstellungen und ohne Ihre persönlichen Dateien in den Arbeitsspeicher (RAM) zu laden. Diese Boot-Option ist sehr nützlich und wird auch in diesem Handbuch immer wieder genutzt.
Beachten Sie, dass während des Starts das deutsche Tastatur-Layout noch nicht aktiv ist. Somit liegt das Y auf dem Z der Tastatur und das = Zeichen findet man rechts neben dem ß. Somit tippt man auf einer deutschen Tastatur die Boot-Option wie folgt ein:
puppz pfix´ram
Die anderen Boot-Optionen sind für spezielle Situationen vorgesehen und werden von Ihnen normalerweise nicht benötigt.
Damit Puppy alle Einstellungen und Ihre Daten speichern kann, wird eine Datei names pup_save.2fs angelegt. Als Größe empfehle ich Ihnen 512 MB. Dies ist ausreichend groß für weitere Programme und kann problemlos auf CD-ROM gesichert werden (Anmerkung: falls Sie die Datei auf einem USB-Stick sichern wollen, muß dieser 1 GB groß sein). Puppy kann die pup_save.2fs-Datei standardmäßig nur auf einer Festplattenpartition mit FAT32-Dateisystem oder einem Linux-Dateisystem speichern (Anmerkung: USB-Sticks und externe Festplatten sind in der Regel herstellerseitig bereits als FAT32-Dateisystem formatiert, so dass diese problemlos genutzt werden können). Bei Windows XP-Nutzern ist die Festplatte in der Regel mit einem NTFS-Dateisystem formatiert. Es bieten sich zwei Möglichkeiten an:
Sie speichern die Datei auf einer externen Festplatte oder einem USB-Stick.
Sie verkleinern die NTFS-Partition und legen eine oder mehrere weitere Partitionen mit FAT32-Dateisystem und evtl. ext2/ext3-Dateisystem an
Falls Sie beabsichtigen Puppy dauerhaft zu nutzen, sollten Sie die zweite Alternative wählen. Sie werden deutliche Vorteile haben, wenn Sie mehrere Partitionen zur Verfügung haben.